Antisemitische Hass-Schrift flatterte in alle Briefkästen

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Antisemitische Hass-Schrift flatterte in alle Briefkästen
«Das Weltjudentum hat die Ausraubung gewisser reicher Länder längst begonnen.» Otto Grossglauser aus Aeschlen bei Thun veröffentlichte in einem privaten Anzeiger eine antisemitische Hass-Schrift.

zvg

Von Marc Imboden
05.02.2010

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Wer die Nummern 3 und 4 des «Sigriswiler Anzeigers», einer Publikation am Thunersee, gelesen hat, rieb sich erstaunt die Augen und kämpfte gegen Übelkeit an. Auf insgesamt fünf Seiten liess sich Otto Grossglauser aus Aeschlen/Sigriswil in einer Art Leserbrief über die Lage der Welt aus und verbreitete verworrene Verschwörungstheorien von der Durchsetzung einer globalen Diktatur. Seine Fantasien und Konstrukte öffentlich zu verbreiten, ist kein Verbrechen, sofern kein Verstoss gegen das Strafgesetz vorliegt. Doch Otto Grossglauser, Verfasser des Elaborats «Agenda 21 – Die Durchsetzung einer totalitären Weltherrschaft», liess es nicht bei Verschwörungsstheorien bewenden, sondern outete sich als Antisemit. Seine Formulierungen sind so krass, dass auch dem juristischen Laien klar wird, dass damit die Bestimmungen des Anti-Rassismusgesetzes verletzt sein könnten. Grossglauser schrieb: ? «Das organisierte Weltjudentum (Zionismus) hat die totale Ausraubung gewisser reicher Länder, wie Deutschland, Schweiz, Österreich und anderer Staaten längst begonnen.»? «Das Prinzip der Weltanschauung der Zionisten ist Zerstörung. Darauf kann nichts entstehen, das es wert wäre, Leben genannt zu werden.»? «Die Wahrheit (…) wird strafrechtlich verfolgt, wenn sie mit den Interessen des Staates und der Macht im Staat, den Zionisten, nicht konform ist.»Grossglauser nimmt zudem Bezug auf die «Protokolle der Weisen von Zion», ein antisemitisches Pamphlet, das seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitet wird.Grossglauser streitet abWie kam Grossglauser dazu, so einen Text zu veröffentlichen? Ist er ein Einzeltäter oder gehört er einer antisemitischen Gruppe an? Und vor allem: Stammt der Text tatsächlich aus seiner Feder? Diese Fragen hätte die Redaktion dieser Zeitung Grossglauser gerne gestellt. Doch dazu kam es nicht. «Ich habe nichts geschrieben», sagte Grossglauser am Telefon mehrfach. Einmal ergänzte er «oder haben Sie etwas dagegen?» – «Dann stammt der Text also doch von Ihnen?», antwortete der Journalist, worauf Grossglauser wieder mit «ich habe nichts geschrieben» konterte. Alles in allem also ein sehr unergiebiges Gespräch, das nichts dazu beitrug, seine Motivation zu ergründen und weshalb sein Name unter den Artikel stand. Gesprächiger zeigte sich Martin Sommer (PBS), Gemeinderatspräsident von Sigriswil. Kein Wunder: Bei der Gemeinde gingen mehrere negative Reaktionen auf die Publikation ein, weil viele Leute fälschlicherweise meinten, beim «Sigriswiler Anzeiger» handle es sich um ein offzielles Publikationsorgan. Dieser Eindruck wird dadurch gestärkt, dass auf der Titelseite des Anzeigers das Gemeindelogo abgedruckt ist. «Der ist ein Privatprodukt der Druckerei Wägli in Gunten», betonte Sommer gegenüber dieser Zeitung. Der Gemeinderat publiziere darin zwar immer wieder Informationen für die Bevölkerung, allerdings immer gegen Bezahlung. Einfluss auf den Inhalt des «Sigriswiler Anzeigers» habe der Gemeinderat indes nicht. «Wir haben über den Text von Herrn Grossglauser im Rat gesprochen und distanzieren uns klar vom Inhalt. In der neusten Ausgabe werden die Herausgeber eine entsprechende Stellungnahme von uns abdrucken», sagte Sommer weiter. Angestellter der GemeindeBrisantes Detail: Grossglauser ist Inhaber einer Einzelfirma im Bereich Holzverbauungen und Schwellenbau. Doch beruflich hat er noch ein weiteres Standbein: Er ist bei der Gemeinde Sigriswil zu 50 Prozent als Schwellenmeister angestellt. «Wir prüfen, ob sich gemäss unseren Personalrichtlinien gewisse Massnahmen aufdrängen», sagte Martin Sommer. «Irgendetwas wird aber ganz sicher passieren: Das kann ein persönliches Gespräch sein, eine Ermahnung oder ein Verweis.» In der rechtsradikalen beziehungsweise antisemitischen Szene scheint Grossglauser bisher ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Im Internet findet sich kein Eintrag auf einer allgemein zugänglichen Site, der ihn mit solchem Gedankengut in Verbindung bringen würde. «Nie wieder!»Überaus peinlich ist die Angelegenheit Werner und Susanna Wägli, Inhaber der gleichnamigen Druckerei in Gunten und Herausgeber des «Sigriswiler Anzeigers». «Das lief wirklich unglücklich», sagte Werner Wägli zerknirscht gegenüber dieser Zeitung. «Ich habe nur den Anfang des ersten Textes gelesen und ihn in Druck gegeben.» Die ersten paar Zeilen von Grossglausers Hassschrift sind tatsächlich relativ unverfänglich und weisen keine rassistischen Äusserungen auf. Als Wäglis auf Folge 1 keine Reaktionen erhielten, drucken sie Folge 2 ab – und fanden sich plötzlich in einer Lawine negativer Reaktionen, worauf sie den Text von Grossglauser genauer lasen. «Wir distanzieren uns vom Inhalt voll und ganz», ergänzte Susanna Wägli. «Wir haben einen grossen Fehler gemacht, der uns sehr leid tut. Einen solchen Text werden wir nie wieder abdrucken.»Ob Grossglauser und Wäglis wegen Verstosses gegen das Anti-Rassismusgesetz angezeigt werden, ist derzeit noch offen (vgl. Kasten). Beim Untersuchungsrichteramt in Thun ist jedenfalls keine Anzeige eingegangen. Das will aber nichts heissen: Anzeigen können überall in der Schweiz gemacht werden. (Thuner Tagblatt)(Erstellt: 05.02.2010, 11:43 Uhr)

Von Marc Imboden
05.02.2010

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