Plötzlich Stadt, Weshalb sich Arlesheim nicht über den neuen Status

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Aktualisiert am 09.04.15, um 07:59 von Andrea Schäfer

 

Plötzlich Stadt: Weshalb sich Arlesheim nicht über den neuen Status freut

«Wir wollen nicht mehr gross wachsen. Arlesheim ist gebaut», sagt Gemeinderat Daniel Wyss über seinen Wohnort im Birseck, der neu vom Bundesamt für Statistik als Stadt eingeordnet wird.

Quelle: Kenneth Nars

Eine neue Definition des Stadtbegriffs durch das Bundesamt für Statistik hat Folgen: Arlesheim wird dadurch zur Stadt. Das Upgrade ist aber nicht willkommen.
von Andrea Schäfer

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«Wir sind Stadt!», verkündete Balz Stückelberger am 5. April auf seinem Internet-Blog. Der FDP-Landrat aus Arlesheim bezieht sich dabei auf die neue Art, wie der Begriff «Stadt» vom Bundesamt für Statistik (BFS) definiert wird. Bislang galten jene Orte als Stadt, welche die Marke von 10 000 Einwohnern überschritten.

Obwohl Arlesheim 2012 «nur» 9073 Einwohner zählte, schaffte die Gemeinde es praktisch unbemerkt auf die neue Liste der statistisch bestätigten Städte des BFS. Diese wurde im vergangenen Dezember veröffentlicht und beruht auf den Bevölkerungszahlen von 2012. Gemäss dieser Erhebung gibt es in der Schweiz neu 162 Städte. Daneben gibt es aber auch Orte wie beispielsweise Laufen, die trotz niedrigerer Einwohnerzahlen ein historisches Stadtrecht besitzen.

Arlesheim will Dorf bleiben

Arlesheim wurde im vergangenen Dezember praktisch über Nacht zur Stadt. «Domstadt Arlesheim, mit der Ermitage als Stadtpark? Kalle Zeller als Stadtpräsident? Und alles nur wegen den Zahlenspielereien einiger Bundesstatistiker?», fragt Stückelberger in seinem Blogeintrag skeptisch. Freude tönt anders.

Der für Hochbau und Planung zuständige Gemeinderat, Daniel Wyss, wusste auf Anfrage der bz noch nichts davon, dass er sich nun eigentlich Stadtrat nennen dürfte. «Da kann ich nur augenzwinkernd darüber lachen», sagt er. «Wir streben es absolut nicht an, eine Stadt zu sein.» Man wolle sich lieber auf die Qualitäten, die man habe, konzentrieren und die hohe Lebensqualität und das engagierte Gewerbe in der Gemeinde erhalten und stärken.

Stadt mit «dörflichem» Charakter

Viel Potenzial für mehr Einwohner habe Arlesheim ohnehin nicht. «Wir wollen nicht mehr gross wachsen. Arlesheim ist gebaut. Es gibt nur noch wenige leere Bauparzellen. Wir wollen Grünfläche sichern», verkündet Wyss. Vom Charakter her sei Arlesheim eher dörflich; man kenne sich noch, und der gut erhaltene Dorfkern sei das «grösste Open-Air-Einkaufszentrum der Region, wo man noch alles haben kann», so Wyss weiter.

Im Baselbiet gelten die folgenden Orte als statistische Städte: Allschwil, Reinach, Muttenz, Pratteln, Binningen, Liestal, Münchenstein, Oberwil, Birsfelden, Aesch und neu eben Arlesheim. Eine statistische Stadt besitzt laut BFS eine Kernzone mit Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte. «Mit diesem Vorgehen wird unter anderem sichergestellt, dass jede Stadt auch ein Zentrum von hinreichender Bedeutung enthält», erklärt Anne-Marie Mayerat vom BFS. «Dazu gehört ein hoch dichtes Zentrum, das eine hohe Vielfalt an Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Dienstleistungen, Bildungsmöglichkeiten etc.) und Urbanität im engeren Sinne aufweist.»

Um diese Dichte zu berechnen, zählt das BFS jeweils die Einwohner, Beschäftigten und Äquivalenten aus Logiernächten (EBL) zusammen. Erreicht ein Ort dabei eine Ziffer von mindestens 14 000 EBL insgesamt und 12 000 EBL in der Kernzone, gilt er als Stadt. «Es handelt sich um eine rein statistische Definition», erklärt Mayerat. «Keine Rolle spielen dabei juristische, administrative oder historische Aspekte.» Nach der neuen statistischen Definition von «Stadt» wurden laut Mayerat 22 Orte unter 10 000 Einwohnern neu zur Stadt und fünf Orte mit mehr als 10 000 Bewohnern verschwanden von der Städteliste.

«Die neue Definition hat gegenüber der bisherigen verschiedene Vorteile. Sie reagiert auf Gemeindefusionen weniger sensibel», erklärt Mayerat. Dies bedeutet: Wenn kleine Dörfer fusionieren und ihre Einwohnerzahl vervielfachen, werden sie nicht automatisch als Stadt gezählt. Zudem lehne sich die neue Definition an im Ausland übliche Ansätze an und erleichtere so internationale Vergleiche.

Therwil ist wieder Dorf

Nicht auf die Liste geschafft hat es Therwil mit aktuell 10 019 Bewohnern. Trotz mehr Einwohnern als Arlesheim erfüllt die Gemeinde die Stadtkriterien nicht. Im Gegensatz dazu gelten die Touristenmagnete Zermatt (2012: 5786 Einwohner), Interlaken (5504) und St. Moritz (5147) neu als Städte. Daran wird sich in Kürze nichts ändern: Ausser bei Fusionen oder Mutationen sei laut Mayerat nur alle zehn Jahre eine Aktualisierung vorgesehen. Für das nächste Jahrzehnt bleibt also Arlesheim (widerwillig) Stadt – und Therwil ein Dorf.

(bz Basellandschaftliche Zeitung)

 

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Eine neue Definition des Stadtbegriffs durch das Bundesamt für Statistik hat Folgen: Arlesheim wird dadurch zur Stadt. Das Upgrade ist aber nicht willkommen.
Plötzlich Stadt: Weshalb sich Arlesheim nicht über den neuen Status freut
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2015-04-09 05:59:00
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